31. März 2017

Die Idee

Die Wandelwoche Berlin-Brandenburg 2015 war Teil des Solikon2015 initiiert vom Forum Solidarische Ökonomie in Kassel, 2016 wurde sie organisiert von das kooperativ e.V. und INWOLE e.V., Medienpartnerin war imwandel.net. Das Wandeljahr 2017 wird maßgeblich getragen durch das kooperativ e.V., INWOLE e.V. und ein breites Netzwerk an Unterstützer*innen. 

…Ursprung und Verbreitung…

Die Wandelwoche Berlin-Brandenburg 2015 war Teil des Solikon2015, dem Kongress Solidarische Ökonomie und Transformation initiiert vom Forum Solidarische Ökonomie mit Sitz in Kassel. Sie wurde angedacht als praxisnahe Vorwoche zu dem breiten und diversen, eher wissenschaftlich-theoretischen Programm des Kongresses mit Workshops, Podien und Seminaren. In über 40 Veranstaltungen wurden eine Woche lang Projekte, Orte und Personen besucht, die sich für ein anderes Leben und Arbeiten in Berlin und Brandenburg einsetzen. Das mit den an der Organisation Beteiligten formulierte Anliegen war es, zu zeigen, dass der Wandel bereits stattfindet und mit positiven Beispielen für das Mitgestalten eines solidarischen Miteinander zu begeistern. Über 1000 Menschen haben die Touren zu Betrieben der Solidarischen Landwirtschaft, Kollektivbetrieben, Generationen-Wohnprojekten, Hausprojekten des Mietshäuser Syndikat, Gemeinschaftspraxen, selbstorganisierten Lern- und Lebensorten, Werkstätten, Seminarhäusern und vielem mehr teilgenommen und waren begeistert davon, wie intensiv und nachhaltig die Eindrücke und Begegnungen waren.

Im September 2016 wurde die Wandelwoche in Berlin und Brandenburg von einem kleinen Organisationskreis rund um das kooperativ e.V. (Berlin) in Zusammenarbeit mit INWOLE e.V. (Brandenburg) erneut angestoßen.

2016 haben sich auch in Hamburg Menschen zusammengefunden, Wandelwochen durchzuführen. 2017 kamen Interessierte aus Lüneburg, 2018 aus Bremen und Nord-West-Mecklenburg dazu.

In Berlin und Brandenburg gehen wir 2018 bereits in das vierte Jahr. Inzwischen sind unsere Aktivitäten in dieser Region auf das ganze Jahr ausgeweitet. Das Wandeljahr 2018 beinhaltet neben Wandelwerkstätten – Austausch- und Workshop-Wochenenden mit Projekten des Wandels -, die Radelwochen – Sommer-Radtouren mit Interessierten zu Wandelwochen-Projekten -, die Wandelwoche im September und die Unterstützung anderer Veranstaltungen und Netzwerke wie z.B. MOVE Utopia 2017, Kiezfeste, Markt der regionalen Möglichkeiten, Seminare und Tagungen, Netzwerktreffen, Rundreise zu Kohleprotesten uvm.

…wie wir sie verstehen…

Die Wandelwoche besteht aus Touren und Exkursionen – zu Fuß, mit dem Rad oder öffentlichen Verkehrsmitteln – also möglichst postfossil. Sie führt zu Betrieben und Projekten in der Region, die Ideen und Ansätze für ein gutes Leben für alle und ein anderes Wirtschaften ausprobieren und weitertragen, statt in der Rhetorik der Krise zu verharren. Mit dabei sind u.a. Wohngenossenschaften, Handwerkskollektive, solidarische Landwirtschaften, offene Werkstätten, Projekte von und mit Geflüchteten, Landkommunen, Kollektivbetriebe…

Damit wollen wir die Vielfalt existierender – teilweise schon lange existierender und funktionierender Alternativen in den jeweiligen Regionen für ein breites Publikum sichtbar und erlebbar machen und einen ansprechenden, leicht zugänglichen und motivierenden Raum des kollektiven Umdenkens und Handelns schaffen. Wenn mensch will, eine Bildungsveranstaltung die nicht belehren, sondern mitreißen und inspirieren will, die die Teilnehmenden individuelle Anknüpfungspunkte in ihrem eigenen Leben und Alltag entdecken lässt.

Darüber hinaus bietet die Wandelwoche in ihrem Verlauf und im Vorfeld Begegnungsräume nicht nur für interessierte Menschen sondern auch für interessierte Projekte und unterstützt so lokale und regionale, solidarische Strukturen und Kooperationen.

Was für uns den Kern ausmacht in Stichpunkten

Touren und Exkursionen – zu Fuß, mit dem Rad, den Öffis – möglichst postfossil und offen für alle Interessierten

Wen wir suchen:

Betriebe, Initiativen, selbstorganisierte Zusammenhänge und Projekte in der Region Berlin und Brandenburg mit einem gemeinsamen Nenner – Gutes Leben und anderes Wirtschaften – zB Wohngenossenschaften, Handwerkskollektive, solidarische Landwirtschaften, offene Werkstätten, Projekte von und mit Geflüchteten, Landkommunen, Initiativen solidarischen Direktimports, Lebensgemeinschaften…

Unser Anliegen:

  • Vielfalt aufzeigen, ganzheitliches Denken anstoßen
  • weg von einem guten Leben weniger auf Kosten vieler, hin zu einem guten Leben für alle, überall
  • zeigen, dass das gute Leben für alle vor allem ein Zugewinn an Lebensqualität und eben nicht Verzicht meint
  • eine Bildungsveranstaltung unterstützen, die nicht belehren, sondern mitreißen und inspirieren will
  • individuelle Anknüpfungspunkte nachhaltiger Lebensweise für den eigenen Alltag aufzeigen
  • Begegnungsräume für interessierte Menschen und interessierte Projekte schaffen
  • lokale und regionale solidarische Strukturen und Kooperationen unterstützen

Unser Ausgangspunkt:

Wir versuchen möglichst basisdemokratisch, aufmerksam und selbstkritisch zu arbeiten. Wir sind uns dessen bewusst, dass wir als weiße Priviligierte Teil des Systems sind, das wir verurteilen und nicht außerhalb von Sexismus, Rassismus und anderen Diskriminierung- und Ausbeutungsformen und -Folgen existieren oder frei davon handeln. Wir möchten Nationalismus und rechtem Gedankengut keinen Anschluss oder Öffentlichkeit bieten. Wir glauben nicht daran, dass es den guten Kapitalismus geben kann und kritisieren imperiale Lebensweisen und Ausbeutung von Ressourcen, die Auflösung solidarischer Bezugssysteme und Diskriminerung und Ausgrenzung jedweder Art. Wir setzen auf Kooperation statt Abgrenzung und gelebte Solidarität. In all der Krisenthetorik und im Rauschen überfordernder globaler Handlungszusammenhänge, hoffen wir darauf mit der Wandelwoche eine Kultur der Zuversicht zu unterstützen, die viele mitreißt und begeistert statt ausgrenzt. Dabei sehen wir die vielen Widersprüche und Unwegsamkeiten und möchten diese nicht ausblenden. Sie sind unser Ausgangspunkt den wir kritisieren. Um nicht im Zustand der Kritik zu verzweifeln und möglichst viele Menschen dort abzuholen, wo sie sind, setzen wir auf praxisnahe und regionale Bezüge, die den Nährboden für nachhaltige Veränderungen und Anknüpfungspunkte für den Alltag geben.