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Die Energiewende erfordert Systemwandel – und der beginnt in Deinem Kopf! (Potsdam)

20. August 2019 um 16:00 - 21:00

Wie ein CO2-neutraler Lebensstil möglich ist und was sich in unserem Wirtschaftssystem dafür ändern muss.

Energiewende=Systemwandel – das hat Hermann Scheer, Mitbegründer des EEG, bereits 2010 in seinem Film „Die 4. Revolution“ beschrieben. In den Bereichen Elektromobilität, Gebäudesanierung und Energieversorgung hat sich seitdem vieles weiter entwickelt – aber kaum in Deutschland realisiert. Schuld sind die gegebenen Wirtschaftsstrukturen, die auf weiterer Förderung fossiler Energien und Machterhalt aufbauen. Was dennoch für den Einzelnen machbar ist, um die Systemwandel von unten voran zu treiben und selbst möglichst CO2-neutral zu leben, soll in unserer Rundführung mit anschließenden Workshop gezeigt werden.

Programm

16:00 | Einführung im Haus der Natur: Energiewende=Systemwandel? (0,5 Std.)
16:30 | Rundführung Altstadt Potsdam: Passivhaus – Chancen, Risiken, Fakten (1 Std.)
17:30 | Vorstellung Madia: Gemeinschaftsbetriebe – sozial-wirts. Faktoren (1 Std.)
19:00 | Workshop im Haus der Natur: Meine Möglichkeiten (1,5 Std.)
20:30 | Ausklang bei Kurzfilmen zum Thema, Austausch, Materialausgabe

Details zur Tour

  • Treffpunkt: Haus der Natur, Lindenstraße 34, 14467 Potsdam – Details zur Wegbeschreibung und Anfahrt findet ihr hier (und hier eine kleine Wegkarte)
  • Dauer: ca. 4-5 Stunden
  • Organisation: NAJU – Naturschutzjugend Brandenburg – Energieexperte Stefan Golla (Referent; Autor von „The End of Oil“, www.teoo.de , Mitarbeiter der GEDES e.V., Gesellschaft für erneuerbare, dezentrale Energie-Systeme)
  • Beteiligte Initiativen: Projekthaus PotsdamMadia
  • Barrierefreiheit: ja (Rundführung mit Gruppenteilung in Fahrradfahrer und ÖPNV-Nutzer)
  • Sprachen: deutsch, englisch
  • Um Anmeldung wird gebeten. Bitte meldet euch bei Anne: anne.kienappel(ät)naju-brandenburg.de

Immer wieder wird behauptet, die Energiewende zu 100 % Erneuerbaren sei nur mit erheblichen Unkosten, Ausbau von umfangreichen Stromnetzen und Weiterentwicklung von Speichersystemen möglich – und auch dann nur zu bestenfalls 85% bis 2050. Das die technischen Lösungen und Ressourcen zur Etablierung bereits heute existieren und vereinzelt auch schon gelebt werden, wird dabei gerne verschwiegen. Der Grund: festgefahrenen Machtstrukturen in einer auf fossilen Ressourcen aufgebauten Export- (/Wachstums-)Wirtschaft.

An Hand ausgesuchter Beispiele alternativer Projekte und Potentiale und Fallstricke zum Umstieg auf energieautarke Lebens- und Arbeitsmodelle in Potsdam möchten wir zum Denken anstoßen über die eigene Energiewende, den Blick auf die wirklichen Barrieren zur Umsetzung der Klimaziele öffnen und Mut geben die Energiewende selbst in die Hand zu nehmen, wo es privat und beruflich möglich ist.

Im Haus der Natur wird gezeigt und gemeinsam nachvollzogen, wo im Alltag Einsparungen von Energie und Ressourcen und damit u.a dem CO2e-Fußabdruck möglich sind und sich Kreisläufe natürlich wieder schließen lassen. Am Projekthaus Potsdam werden Potentiale und Risiken von Passivhäusern erklärt mit Blick auf Baustoffe und Energieeffizienz. Im Madia, einem selbst-organisierten Begegnungs-Café, wird der Blick auf sozial nachhaltige Strukturen gelenkt. Hier wird in erster Linie eine Ernährung offengelegt, die entlang der gesamten Lieferkette ökologisch und wirtschaftlich nachhaltig ist. Nicht zuletzt systemkritische soziale Bewegungen finden hier im Madia zugleich ein Zuhause. Zurück im Haus der Natur werden in Form eines Workshops die gesammelten Eindrücke verarbeitet und weiter diskutiert; welche Änderungen sind auch für mich umsetzbar? Ist ein CO2-neutraler Lebensstil bereits heute möglich? Wie lassen sich die gezeigten Ansätze und persönlich schlummernden Ansprüche weiter denken und wirksam jetzt umsetzen? Dazu möchten wir mit Euch arbeiten!

Zum Abschluss gibt es Hinweise zu weiterführenden Informationen und Möglichkeiten zur Vernetzung und Beteiligung bei den genannten Initiativen. Die gesamte Veranstaltung wird mit Fotos dokumentiert und die Dokumentation im Anschluss für alle Interessierten, auch Nicht-Teilnehmern zugänglich gemacht. Erste Informationen lassen sich bereits auf der Seite www.naju-brandenburg.de/wandelwoche und www.teoo.de einsehen und runterladen.

Bezug zur Wandelwoche

Die Energiewende ist nur durch einen wirtschaftlichen Systemwandel möglich. Das ist von „Oben“ nicht rechtzeitig zu erwarten, so unser gesunder Menschenverstand und den führenden Klimawissenschaftlern (IPCC), die in Großzahl Fridays4Future unterstützen. Der Wandel beginnt immer im Kopf von jedem Einzelnen. Dafür braucht es nur Reflexion und Entschlossenheit zum Handeln – die Werkzeuge sind heute bereits alle fertig entwickelt und erprobt. Darin selbstwirksam zu werden regt an, ermutigt und bricht Überfälliges auf. Wie dies von vorhandenen Machtstrukturen z.B. noch bei der Umsetzung von (E-)Mobilität, Gebäudesanierung, Land-/Wirtschaft und erneuerbaren Energieversorgung verhindert wird, wird an Hand ausgesuchter Projekte näher dargestellt. Daraus erschließen sich jedoch auch wieder für den Einzelnen individuelle Anknüpfungspunkte zur Übernahme des Wandels in unseren Alltag.



Veranstaltungsbild entnommen von: http://beyondtheredlines.org/de/

Details

Datum:
20. August 2019
Zeit:
16:00 - 21:00
Veranstaltungskategorien:
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Veranstaltungsort

Haus der Natur Potsdam
Lindenstr. 34
Potsdam, Brandenburg 14467

Veranstalter

NAJU – Naturschutzjugend Brandenburg