10.04. – Dokumentation und Nachtreffen Wandelwerkstatt – Solidarische Lebensmittel-Koop Südwest-Brandenburg

erste Gedankensammlung

Erste Gedankensammlung

Die Wandelwerkstatt fand statt vom 16.-18. März 2018 im Projekthaus Potsdam.

Gemeinsam mit Erzeuger*innen, potenziellen Abnehmer*innen und Interessierten haben wir ein Wochenende lang Ideen für eine Solidarische Lebensmittel-Versorgung in Südwest-Brandenburg ausgetauscht. Die Frage, die das Vernetzungs-Wochenende auf den Weg gebracht hat: Wie lassen sich Modelle regionaler, ökologischer und nachhaltiger Lebensmittelproduktion und -Verteilung in einer solidarisch wirtschaftenden Kooperation zusammenführen?

Das Treffen war intensiv, die Atmosphäre solidarisch, das Essen lecker und weiter gehts mit dem nächsten Treffen am 10.04. im Projekthaus Potsdam ab 18 Uhr – wenn ihr dabei sein wollt, schreibt an mail(aett)das-kooperativ(dot)org.

Hier findet ihr demnächst eine ausführliche Dokumentation. Die ersten Bilder und ein Gespräch zur Verbrauchergemeinschaft Dresden am Freitag Abend mit Jonathan Kirchner sind bereits online.


 

Vortrag Jonathan Kirchner Verbrauchergemeinschaft (VG) Dresden from DasKooperativ on Vimeo.


Das Format Wandelwerkstatt

Wir, das kooperativ e.V., möchten gemeinsam mit Fairbindung, dem Projekthaus Potsdam und anderen vom 16.-18. März 2018 eine Wandelwerkstatt zum Thema solidarische Lebensmittelerzeugung und -distribution in Potsdam Mittelmark auf den Weg bringen. Wandelwerkstatt ist ein Format, mit dem wir seit 2015 versuchen, die Projekte und Ideen der Wandelwoche nachhaltig in das Jahr einzubetten und Akteuren des Wandels einen Raum bereit zu stellen, in dem sie sich untereinander kennenlernen und gemeinsame Ideen und Projekte auf den Weg bringen können. Wir bemühen uns um einen spannenden Mix an Beteiligten, die Infrastruktur, alles, was es für ein angenehmes Wochenende braucht sowie Moderationsunterstützung und Arbeitsequipment, ihr bringt eure Ideen und Projekte mit.

(ein paar Bilder und Eindrücke von unserer Wandelwerkstatt – damals noch Workcamp Wirtschaftswandel – im März 2016 findet ihr hier: http://das-kooperativ.org/workcamp-wirtschaftswandel-2016/)

Der Themenschwerpunkt

Für März liegt unser Fokus dieses mal auf der Frage, wie sich in Potsdam Mittelmark Strukturen solidarischer Lebensmittelerzeugung und -verteilung aufbauen und stärken lassen. Kernidee ist die Entwicklung einer solidarischen Lebensmittel-Koop in der Region ausgehend vom konkreten Bedarf von Abnahmegruppen, wie z.B. Wohnprojekte oder Projekte in der Gegend. Wie könnte so eine Kooperation aussehen, die eine Vielfalt von möglichst regional und nachhaltig produzierten Lebensmitteln umfasst und Bereiche wie solidarische Land- und Obstwirtschaft sowie Direktimport aus Südeuropa und dem globalen Süden einbezieht – und darüber hinaus Themen wie Flächensicherung für bäuerliche Landwirtschaft,  Humusaufbau und Ernährungssouveränität mitdenkt? Wir wollen regionale Strukturen, die zum Teil seit Jahrzehnten bestehen und das Potenzial haben, in Kooperation nachhaltig für Mensch und Natur Lebensmittel zu produzieren und zu verteilen UND nachbarschaftliche und solidarische Lebens- und Arbeitszusammenhänge zu stärken. Die Koop wäre dabei das Mittel zum Zweck: Der Stärkung lokaler Netzwerke und solidarischer Wirtschaftsgemeinschaften.

Veranstaltungsflyer zum Download (PDF)

Ablauf

Wir möchten mit möglichst konkreten Ergebnissen aus dem Treffen gehen, das von Freitag Abend bis Sonntag Nachmittag dauert.

Wie sieht eine Wandelwerkstatt ungefähr aus? Wir treffen uns mit 15 bis 20 Menschen Freitag Abend, organisieren einen zum Thema passenden Input und ein leckeres Abendessen und lassen den Abend gemeinsam ausklingen und lernen uns kennen.
Am Sonnabend arbeiten wir gemeinsam an einer Tagesordnung und versuchen uns in Kleingruppen und Plenumseinheiten unserem gemeinsamen Ziel zu nähern. Nachmittags kann die Runde um weitere Gäste erweitert werden, nach einem gemeinsamen Abendessen: informelles Get-together z.B. am Feuer.
Am Sonntag werden wir dann gemeinsam nächste Schritte, Unterstützungsbedarfe und Ideen sammeln und auf den Weg bringen.

Idealerweise seid ihr die ganze Zeit dabei. Da sich das aber nicht für alle Interessierten realisieren lässt, gibt es z.B. auch die Möglichkeit, nur am Samstagnachmittag und -abend teilzunehmen.

Persönliches Kennenlernen und konkrete Ergebnisse

Wir wissen, ihr habt viel um die Ohren, aber die Wandelwerkstatt ist ein gemütliches und angenehmes Format, einmal mit Menschen in Kontakt zu kommen, die ähnliche Ideen davon haben, wie die Themen Flächensicherung, solidarisches Wirtschaften und sozial-ökologischer Wandel gestaltet werden könnten, denen aber häufig die Zeit fehlt, sich untereinander kennenzulernen und über Unterstützungsmöglichkeiten und Erfahrungen zu sprechen. Wir bemühen uns um etwas Förderung und entspannte Schlafplätze, so dass es am Geld nicht scheitern soll.

Habt ihr Interesse oder Fragen oder eine Idee, wen ihr gerne dabei hättet? Dann schreibt gerne jederzeit! Wir freuen uns auf euch!


Teilnehmer*innen:

  • Wandelwoche Berlin-Brandenburg
  • das kooperativ e.V.
  • Fairbindung e.V.
  • StadtLandMove e.V.
  • Netzwerk Solidarische Landwirtschaft
  • Mietshäuser Syndikat / Wohnprojekt Wohnmichel
  • Projekthaus Potsdam
  • Mosterei Ketzür
  • Direktimport-Initiative Sizilien
  • SoliOli
  • imwandel
  • Biohof Werder
  • Uferwerk eG
  • ZEGG

Organisiert in Kooperation von:

Bildung engagiert für Nachhaltige Entwicklung:

Diese Wandelwerkstatt ist Teil des Netzwerkprojektes „Bildung engagiert für Nachhaltige Entwicklung“. Dieses setzt sich ein für die Gründung eines regionalen Netzwerks mit dem Ziel der Verbreitung und Vermittlung von Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE). Das heißt insbesondere BNE-Bildungsangebote zu verbessern, Akteure zu ermutigen und zu vernetzen sowie neue Zielgruppen durch die Entwicklung und Umsetzung zielgruppengenauer Angebote zu erschließen. Trägerin des Projekts ist die „Landesarbeitsgemeinschaft für politisch-kulturelle Bildung in Brandenburg e.V., das Projekt ist gefördert vom „Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg.

 


Protokoll und Fotos vom Impuls-Workshop zur Vorbereitung der Wandelwerkstatt am 26. Februar in der Klimawerkstatt des Uferwerk Werder

Auf dem Weg zur Wandelwerkstatt sammeln wir gemeinsam mit Interessierten und Akteuren der Lebensmittel-Produktion und -Verarbeitung Ideen und Bedürfnisse und feilen am Ablauf. Ein paar Gedanken / das Protokoll und Fotos vom Impuls-Workshop am 26. in der Klima-Werkstatt des Mehrgenerationen-Wohnprojektes Uferwerk in Werder.



mit dabei: Andreas (kooperativ / Wandelwoche / BieNE), Maria (kooperativ / Wandelwoche / verschied. Projekte), Ulrike Reiter (Regionalnetzwerk Solidarische Landwirtschaft, CSA basta, Sizilien-Direktimport), Rahel Volz (Biohof Werder / stadtlandmove), Stephan (STATTwerke e.V. / BieNE), Achim (Mosterei Ketzür), Arnold (ZEGG), Jenny (kooperativ / Wandelwoche / Sizilien-Direktimport), Robin (Fairbindung)

Fragen, die bereits im Vorfeld diskutiert wurden

  • Solidarität – was verstehen wir darunter? Wie könnte sie konkret aussehen innerhalb einer solchen Lebensmittel-Koop?
  • Servicecharakter vs. Selbstorganisation?
  • Zielgruppen: als Abnehmer*innen zunächst Gruppen wie Hausprojekte und Lebensgemeinschaften, eher noch als Einzelpersonen?
  • Logistik?
  • Finanzierung?
  • wiss. Begleitung?

Fragen, Themen und Impulse aus der Runde

  • In der Runde gibt es ein großes Interesse an solidarischen und regionalen Produkten und Vertriebswegen, regionaler Weiterverarbeitung (Resteverwertung) jenseits vom (Bio-)Großhandel.
  • Wichtig ist es dabei, einerseits erschwinglich für Verbraucher*innen zu bleiben, andererseits aber kein Preisdumping zu betreiben und eine Struktur zu schaffen, die sich auch für Erzeuger*innen trägt.
  • Interesse an praktischen Modellprojekten, die die Frage nach regionaler Vollversorgung adressieren …
  • und verschiedene solidarische und regionale Strukturen und Ansätze verbinden: Flächensicherung als Ausgangspunkt für nachhaltige Selbstorganisation, lokale Akteure, die Fragen der Ernährungssouveränität voranbringen wollen (solidarische Land- und Obstwirtschaft, solidarische Direktimporte, FoodCoops, Bildungsinitiativen…), Wohn- und Lebensgemeinschaften etc.

Mögliche Diskussionsthemen für die Wandelwerkstatt

Aus diesen Impulsen ergaben sich verschiedene Fragen und Themenfelder, die wir an diesem Märzwochenende gemeinsam (teils auch in Arbeitsgruppen) diskutieren und angehen wollen:

  • thematischer Einstieg: Welche ähnlichen Modelle oder Ansätze einer regionalen Lebensmittel-Koop gibt es bereits hier in der Region Berlin-Brandenburg oder anderswo – z.B. in Dresden, Hamburg, Wien? Auf welche Erfahrungen können wir aufbauen? Wir versuchen, verschiedene Inputs mit beteiligten Akteuren hierzu zu organisieren, um Einblicke in verschiedene bereits existierende Modelle zu erhalten.
  • Solidarität und Kooperation – was meinen wir damit im Zusammenhang einer Lebensmittel-Koop? Wir wollen uns gemeinsam austauschen über diese zentrale Frage. Könnten sich beteiligte Projekte evtl. in einem solchen Modell gegenseitig auffangen, z.B. sich bei witterungsbedingten Einbußen und Ausfällen gegenseitig unterstützen? Wo liegen Solidaritätsgrenzen? Inwiefern ist Konkurrenz zwischen regionalen Erzeuger*innen und Projekten ein wichtiges Thema, das angesprochen werden muss?
  • Was bräuchte es an Logistik und Organisationsstruktur? Was würde passen für die Region? Haben kleine Betriebe und SoLaWis in der Region Bedarf, ihre Logistik stärker zu vernetzen? Könnte man dabei etvl. auch andere Logistikstrukturen (Fahrdienste, digitale Logistikplattformen) mitnutzen?
  • Zielgruppen: Wen will man erreichen mit einer solchen Kooperation / Kooperative? Was wäre ein realistischer Ausgangspunkt zum Aufbau einer solchen Struktur? Wichtig ist es Bedarfe und Kapazitäten der Beteiligten realistisch einzuschätzen. Wünschenswert wäre eine Koop, die nicht nur aus den „üblichen Verdächtigen“ besteht, sondern offen ist für Akteure, die bisher nicht oder kaum in solidarisch-regionalen Versorgungszusammenhänge involviert sind. Jenseits von Hausprojekten, Lebensgemeinschaften, FoodCoops, Regionalläden, SoLaWis, Foodsaving-Netzwerken auch Catering, Großküchen, Schulkantinen …
  • Öffentlichkeitsarbeit / Bildungsaspekt: Es gab den großen Wunsch, eine solche Koop perspektivisch mit Öffentlichkeitsarbeit bzw. politischer Bildung zu verbinden. Das wäre allerdings erstmal sekundär, denn dazu müsste es bereits eine Struktur geben.
  • wissenschaftliche Begleitung / Forschung (HNEE, BTU Cottbus u.a.)?